Anzeige

Dança do Passinho – Passinho Tanz

CC BY by Ministério da CulturaDer Passinho (von passo: kurze/r Bewegung/Schritt) ist Rio’s neuer angesagter Tanz.
Er wurde beim Grillen in einer Favela geboren.

„Glückwunsch an alle, die das Tanzen anstelle von Drogen nutzen.“ findet Cebolinha, ein zäher und schlacksiger 24-Jähriger, der einer der Gründer des Passinhos ist.

Von einigen als neuer Capoeira gepriesen, ist er ein blitzschneller Tanzstil der an den in den 1970er Jahren entstandenen Breakdance aus der Bronx in NYC erinnert, wo die Tänzer bei sog. Breakdance-Battles ihr akrobatisches Talent unter Beweis stellen und dabei an ihre physischen Grenzen gehen.
Der Passinho hat sich innerhalb einer Dekade von einer Nebenattraktion – auf den ausgelassenen, verbotenen Baile-Funk-Parties, die mittlerweile überall in Rio stattfinden – zu einem nationalen Phänomen entwickelt.

Wesentlich verbreitet durch YouTube, erlangte der Passinho eine enorme Popularität. Im September 2008 kursierte das erste Tanzvideo von einer Grillparty in Jacaré in Rio de Janeiro. „Passinho Foda“ („Fucking crazy“ Passinho) entfesselte sich seitdem mit über 4 Millionen YouTube-Klicks wie ein Virus.

Die Tänze finden meist in engen Wohnzimmern oder auf Betondächern, mit dem Zuckerhut als Hintergrundkulisse, statt. Viele tanzen barfuß, frei improvisiert mit Tanzstilen von Samba, Capoeira und Frevo, sowie Free Step, Hip-Hop und sogar Ballett. Unübersehbar ist dabei die brasilianische Fähigkeit von Kreativität und Spontanität, die dem Tanz seine vielseitige Improvisation verleiht.

All dies hat der Regisseur Emílio Domingos in seiner Dokumentation „A Batalha do Passinho“ („Passinho Kampf“, engl. Titel „Passinho Dance-Off“) eingefangen. Er war davon begeistert, wie „sich die unterschiedlichen Gruppen von Künstlern über die ganze Stadt ausbreiten, ohne Geld aber mobilisiert durch das Internet. Kinder zwischen 3 und 23 Jahren zu sehen, die solch einen anspruchsvollen Kunsttanz entwickeln ist außergewöhnlich.“
Die Dokumentation zeigt die Tänzer und das Phänomen der Ausbreitung über die Baile-Funk-Parties, das Internet, die Favelas und DJs.

Passinho könnte sogar die Vorurteile gegenüber der Favela-Kultur unter Brasiliens Mittelschicht abbauen. Zuvor sah man die jungen Menschen aus den Slums, wegen ihrer engen Verbindung zur (Drogen)Kriminalität, als Bedrohung. Seit dem Aufleben des Passinho unterscheiden die Menschen mittlerweile zwischen Kriminellen und Tänzern.

„Passinho bringt Frieden in die Stadt“, sagt DJ Vinimax, dessen Musik die Dokumentation von Anfang an begleitet. „Als nächstes braucht es Fördergelder für die Kinder, damit sie ihre Ausbildung abschließen, zur Universität gehen, und Arzt, Tierarzt oder Anwalt werden können.“

Brasilien.de

Brasilien.de

Online-Redaktion bei 7o7 Marketing
BRASILIEN.DE informiert speziell über Aktuelles in den Bereichen Tourismus, Gesellschaft, Natur und Umwelt. Wir – die Redaktion – sind erfahrene Brasilien-Experten, wissbegierige Reiseexoten und schreibaffine Auswanderer, die tagtäglich die neuesten Informationen aus dem Land der Superlative ins World Wide Web bringen. Daher ist BRASILIEN.DE nicht nur ein InformationsPortal für Gelegenheitssurfer, sondern vielmehr ein aktiver Tummelplatz für brasilienbegeistertet Stammgäste.
Brasilien.de

Letzte Artikel von Brasilien.de (Alle anzeigen)

Über Brasilien.de

BRASILIEN.DE informiert speziell über Aktuelles in den Bereichen Tourismus, Gesellschaft, Natur und Umwelt. Wir – die Redaktion – sind erfahrene Brasilien-Experten, wissbegierige Reiseexoten und schreibaffine Auswanderer, die tagtäglich die neuesten Informationen aus dem Land der Superlative ins World Wide Web bringen. Daher ist BRASILIEN.DE nicht nur ein InformationsPortal für Gelegenheitssurfer, sondern vielmehr ein aktiver Tummelplatz für brasilienbegeistertet Stammgäste.

Deine Meinung ist uns wichtig

*