Anzeige

Feliz Natal!

Photo by Antonio Thomás Koenigkam Oliveira

Weihnachten steht vor der Tür, auch in Brasilien. Doch wie wird dort eigentlich das Fest der „Liebe und Besinnung“ bei sommerlichen Temperaturen gefeiert?

Die Brasilianer bilden ein Volk aus vielen Teilen der Welt, und als ehemalige portugiesische Kolonie, haben sie unterschiedliche Weihnachtsbräuche. In dem Land bekennen sich etwa 65 % der Bevölkerung zur römisch-katholischen Kirche.

Eine Tradition besteht darin Christis Geburt nachzubilden, presépio genannt. Das Wort kommt von presepium was bedeutet: „Das Bett aus Stroh in dem Jesus das erste mal in Bethlehem schlief“.
Presépio ist vor allem im Nordosten – Bahia, Sergipe, Rio Grande do Norte, Paraíba, Maranhão, Ceará, Pernambuco, Piauí und Alagoas – verbreitet. Es wurde im 17. Jahrhundert, von dem Franziskaner Mönch Gaspar de Santo Agostinho, in der Stadt Olinda (Staat Pernambuco) eingeführt. Heutzutage wird Presépio im Dezember in Kirchen, Häusern und Geschäften, begangen.

Die Musik, die zu Weihnachten üblich ist, wurde – wie auch die anderen Weihnachtsbräuche – ebenfalls nach Brasilien eingeführt. Noite Feliz (Stille Nacht) ist vermutlich das Lied, das am meisten mit Weihnachten in Brasilien verbunden wird. Es gibt auch einige brasilianische Weihnachtslieder, diese sind jedoch eher unbekannt.
Die Menschen im Norden Brasiliens, wie auch in Mexiko, finden vor allem gefallen an dem Volkslied Los Pastores (Die Schafhirten). In der brasilianischen Version finden sich eher Schäferinnen als Schäfer und manchmal ein Zigeuner, der versucht das Christkind zu entführen.

Papai Noel (Vater Noel) ist der Geschenke Überbringer in Brasilien. Der Legende nach lebt er in Grönland. Dieser Charakter von Santa wurde in den 1950ern aus Nordamerika eingeführt. Er wurde in den späten 60ern und 70ern infolge der kommerziellen Vermarktung bekannt. Wenn Papai Noel in Brasilien ankommt, trägt er normalerweise Kleidung aus Seide aufgrund der sommerlichen Hitze.

Es gibt einen sehr verbreiteten Brauch unter Familien und Freunden, genannt amigo secreto (geheimer Freund). Anfang Dezember schreiben Teilnehmer des Spiels ihre Namen auf ein Stück Papier. Jeder Teilnehmer nimmt dann einen Zettel (ohne sich den Namen der Person, der dort drauf steht, anzuschauen). Während des Monats gibt es Schriftwechsel unter den Teilnehmern, die apelidos (Falschnamen) benutzt haben. Zu Weihnachten, wenn Familie und Freunde zusammenkommen, versuchen sie ihren „geheimen Freund“ aufzudecken und bieten ihm ein Geschenk an.

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts kamen viele Immigranten aus Europa und anderen Teilen der Welt nach Brasilien. Mit ihnen kamen auch die eigenen Bräuche, und diese wurde an die brasilianischen Verhältnisse angepasst. So kommt z. B. das Essen, welches es zu Weihnachten gibt, aus Deutschland, Italien, Portugal, Spanien und anderen Ländern (insbesondere in den südlichen Staaten). Ein großes Weihnachtsessen, eher ungewöhnlich in der heißen Sommerzeit, besteht meistens aus Truthahn, Schinken, gefärbtem Reis, und wundervollem frischen Gemüse und Früchten.

CC BY by Jean Marconi

ceia (Nachtmahl)

In der Vergangenheit haben tiefgläubige Katholiken an der Missa do Galo (Mitternachtsmesse) teilgenommen. Die Messe hat den Namen – galo bedeutet Hahn – weil dieser den kommenden Tag ankündigt; die Missa do Galo endet 1 Uhr am Weihnachtsmorgen. Diese Tradition wird, aufgrund der hohen Kriminalität in den Großstädten, in den meisten Gegenden nicht mehr praktiziert. Außerdem bevorzugen viele Familien lieber zu einer ceia (Nachtmahl) zu Mitternacht zusammen zu kommen.
Die Messen finden am 24. Dezember am späten Nachmittag oder frühen Abend statt. Am 25. Dezember gibt es Messen am Morgen und späten Nachmittag. Die meisten ziehen die Weihnachtsmesse am späten Nachmittag vor, sodass sie nach dem Nachtmahl ausschlafen oder am Weihnachtsmorgen zum Strand gehen können.

Dekorationen bestehen meist aus frisch gepflückten Blumen aus dem Garten. Es gibt große Weihnachtsbäume bestehend aus tausenden bunten Lämpchen, die sich während der gesamten Jahreszeit, in Großstädten wie Brasília, São Paulo und Rio de Janeiro, in den Nachthimmel erheben. Zu Silvester versprühen diese dann ein gigantisches Feuerwerk. Am bekanntesten ist der weltweit größte schwimmende Weihnachtsbaum in Rio de Janeiro.

Photo by Barbara Eckstein

Schwimmender Weihnachtsbaum in Rio de Janeiro

Photo by Digo Souza

Silvester in Rio de Janeiro

 

 

 

 

 

 

 

Photo by Don Merwin

Silvester in Rio de Janeiro

Brasilien.de

Brasilien.de

Online-Redaktion bei 7o7 Marketing
BRASILIEN.DE informiert speziell über Aktuelles in den Bereichen Tourismus, Gesellschaft, Natur und Umwelt. Wir – die Redaktion – sind erfahrene Brasilien-Experten, wissbegierige Reiseexoten und schreibaffine Auswanderer, die tagtäglich die neuesten Informationen aus dem Land der Superlative ins World Wide Web bringen. Daher ist BRASILIEN.DE nicht nur ein InformationsPortal für Gelegenheitssurfer, sondern vielmehr ein aktiver Tummelplatz für brasilienbegeistertet Stammgäste.
Brasilien.de

Letzte Artikel von Brasilien.de (Alle anzeigen)

Über Brasilien.de

BRASILIEN.DE informiert speziell über Aktuelles in den Bereichen Tourismus, Gesellschaft, Natur und Umwelt. Wir – die Redaktion – sind erfahrene Brasilien-Experten, wissbegierige Reiseexoten und schreibaffine Auswanderer, die tagtäglich die neuesten Informationen aus dem Land der Superlative ins World Wide Web bringen. Daher ist BRASILIEN.DE nicht nur ein InformationsPortal für Gelegenheitssurfer, sondern vielmehr ein aktiver Tummelplatz für brasilienbegeistertet Stammgäste.

Deine Meinung ist uns wichtig

*