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Flora & Fauna

Brasilien nimmt mit 3.000 Wirbeltierarten, 3.000 Süßwasserfischarten, 55.000 Blütenpflanzenarten, 524 Säugetierarten und 51 Primatenarten den Spitzenplatz unter den artenreichsten Ländern dieser Erde ein. Auch die meisten der bekannten Insektenarten leben hier. Den zweiten Platz belegt Brasilien hinsichtlich der Amphibien, welche mit 517 Arten immer noch gut vertreten sind. Außerdem fühlen sich in diesen Breiten 1.622 Vogelarten, 387 Palmenarten und 468 Reptilienarten sehr wohl. Anzumerken bleibt allerdings, dass auch über 200 Tierarten vom Aussterben bedroht sind. Zu Beobachten ist ebenso der Rückkgang der riesigen Waldgebiete im Amazonas, wodurch vielen Tieren zusätzlicher Lebensraum genommen wird.

Vegetation

Die meisten Pflanzenarten wachsen im Norden des Landes. Der Großenteil der Fläche ist hier vom immergrünen Regenwald bedeckt. Unterteilt wird das Gebiet in den überschwemmungsfreien „Eté-Wald“, der höher gelegenen Terra firme, die 98% der Fläche Amazoniens ausmacht. Zu den besonderen Gewächsen zählen der Gummibaum „Caucho“, das Edelholz Palisander, der Paránussbaum und viele Heilpflanzen. Orchideen gedeihen besonders gut in den nur bei Hochwasser überschwemmten „Várzea“. Im ständig überschwemmten „Igapó“ ist die Açaí-Palme am charakteristischsten.

Die Flora im Nordostens steht in deutlichem Kontrast zur üppig-grünen Amazonaslandschaft. Der frühere atlantische Regenwald musste den riesigen Zuckerrohrplantagen weichen. Lediglich einige Mangrovenwälder und Palmenhaine sind übrig geblieben. Im halbwüstenähnlichen Landesinneren, dem Sertão, finden nur karge Savannenwälder und das trockene Dornstrauchwerk der „Caatingas“.

Im Mittelwesten überwiegen die Savannengebiete „Campos Cerrados“, die sich weit über das zentralbrasilianischen Hochland erstrecken. Im tiefer gelegenen Pantanal, eines der größten Überschwemmungsgebiete der Erde, zeigt sich ein ganz anderes Bild. Hier gedeihen zahlreiche Büschelgräser, Schwimmpflanzen und offene Gehölze.

Im Süden fällt die Vegetation eher subtropisch aus. Die am weitesten südlich gelegenen Mangrovenvorkommen reichen nur bis zur Küste von Santa Catarina. Ansonsten ist dieser Teil Brasiliens durch die für hier typischen Feuchtwälder und Graslandschaften definiert. Auf dem Hochland existierten früher ausgedehnte Araukarienwälder, die jedoch für den Holzexport gerodet wurden.

Auch der gesamte Küstenwald im Südosten ist weitestgehend zerstört, bedingt durch das Vordringen von Kaffeeplantagen, Rinderweidewirtschaft und die enorme starke Bevölkerungsexplosion. Teilweise hat sich wieder Sekundärwald und Grasland gebildet; am ehesten aber konnte sich die Natur in den eigens geschaffenen Nationalparks und Biosphärenreservaten erholen.

Nutzpflanzen

Mit der Besiedlung Brasiliens durch die Portugiesen erreichten viele für den südamerikanischen Kontinent untypische Pflanzen das Land. Einige haben sich als Nutzpflanzen gehalten und bestimmen heute den Markt für organische Lebensmittel. Auf dem gesamten Globus zählt man etwa 15 Milliarden Kaffeebäume, allein 4 Milliarden davon wachsen hier. Das Zuckerrohr wird immer noch mit der Hand geschnitten. Kakao, Soja und Stevia sind die aktuellen Exportschlager. Bei den Tropenfrüchten wie Açaí, Acerola, Bananen, Cashew, Kokosnüsse, Guaven, Papayas, Mangos, Maracujas und Melonen ist das Land unangefochten Marktführer. Weiterhin werden eine Vielzahl an Gewürzen (Zimt, Gewürznelken, Pfeffer, Sesam und Guaraná) sowie ätherische Ölen ausgeführt, die als Essenzen für Lebensmittel und Kosmetika dienen.

Tierwelt

Die Fauna Brasiliens ist außerordentlich artenreich, aber arm an größeren Säugetieren. Charakteristisch sind die zahnarmen Faultiere, das gepanzerte Gürteltier und der Ameisenbär, der einen sehr langen, schmalen Kopf und röhrenförmig verlängerte Kiefer mit einer Fangzunge besitzt. Die größten Tiere im Waldland sind der Tapir und das Wildschwein „Pekari“. Außerdem gehören ganz sicher der Jaguar und der Puma dazu. In den Baumwipfeln fühlen sich zahlreiche Affenarten pudelwohl wie z. B. der Brüllaffe. Der kleine Kamphirsch, das Stinktier, der Wasch- oder der Nasenbär leben im Gebiet der Feuchtsavannen. Unter den Beuteltieren ist der rattenähnliche Gambá zu nennen.

Am meisten verbreitet idt die Gattung der Vögel. Nahezu 1.700 Arten verteilen sich zu gut zwei Drittel im Amazonasgebiet. Besonders farbenprächtig sind die Papageien wie der Ara, die Tukune und die Kolibris. Von den Singvögeln scheinen der Sabiá oder der Glockenvogel „Araponga“ erwähnenswert. Unter den Raubvögeln gibt es verschiedene Falken- und Geierarten. Als absolutes Vogelparadies gilt die Ebene des Pantanals, wo Rebhühner, Wachteln, Wildenten, der weiße Reiher oder der Nandu sich mit Vorliebe aufhalten.

Gefürchtet und vom Menschen als bedrohlich eingeschätzt wird beispielsweise die Vogelspinne. Außerdem zählen der Skorpion, der Zitteraal oder viele der in Brasilien beheimateten Schlangenarten wie die „Boa Constrictor“ oder die Gattung der Klapperschlangen zu den als gefährlich eingestuften Lebewesen.

Bedrohte Tiere

Viele der Arten sind infolge der schnell voranschreitenden Besiedlung der Landesteile, die häufig mit einer großflächigen Brandrodung einherging, nur noch fernab der Städte anzutreffen. Der Großteil steht auf der roten Liste bedrohter Lebewesen. Dazu gehören unter anderem die bis zu 200 kg schweren Riesenschildkröten, Fischotter, verschiedenste Krokodil- und Alligatorengattungen als auch der Jaguar und der Puma. Im Amazonas leben die selten gewordenen rosa Flussdelphine sowie die über 2 m lange und nahezu eine Tonne schwere Amazonas-Seekuh „Peixe-Boi“, deren Jagd (Tran) streng verboten wurde.

Der gesetzliche Schutz und das Jagdverbot sowie die Export- und Verarbeitungsbeschränkungen von Fellen, Häuten und Panzern können nur mit Schwierigkeiten durchgesetzt werden. Einerseits dient das Fleisch vielerorts als Lebensgrundlage für die Bevölkerung. Andererseits floriert das Geschäft auf dem Schwarzmarkt mit tierischer Schmuggelware.