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Olympiade 2016 – Bem-vindo ao Rio!

Blick auf Rio de Janeiro vom Morro Dois Irmãos

Die Olympiade 2016 in Rio de Janeiro steht vor der Tür und mit ihr das größte Sportereignis, das Brasilien neben der Fußball-WM 2014 austrägt. Rio ist damit die erste Stadt in Südamerika, die Austragungsort der Olympischen Sommerspiele ist und vom 5. bis 21. August einmal mehr die Welt zu sich einlädt.

Die Cidade Maravilhosa – “Wunderbare Stadt” – kann man besonders gut aus der Luft als solche erkennen.

Mit dem riesigen Cristo, der vom Corcovado aus den prächtigsten Blick über die Sechs-Millionen-Metropole hat, die sich zwischen der Mata Atlântica und dem Atlantik ausbreitet, und mit den mit subtropischen Regenwald überwachsenen Granitbergen (morros), wie dem Zuckerhut (Pão de Açúcar), ein weltweit einzigartiges Panoramabild bietet.

Pão de Açúcar

An den Corcovado schmiegt sich das hügelige Künstlerviertel Santa Teresa mit seinen Galerien, Ateliers und kleinen Museen sowie zahlreichen Bars, Cafés und Restaurants. Das zum Feiern beliebte Kolonialviertel Lapa liegt nicht weit entfernt davon am Fuße des Bergs. Jedes Wochenende kann man dort zu Parties, Konzerten und Samba pur frönen.

Im Zuge der Fußball-WM und der Olympiade wurde viel restauriert und die Sicherheit verbessert. So wurde u. a. die U-Bahn erweitert, Schnellbuslinien (BRT) eröffnet, der internationale Flughafen ausgebaut und viele der Favelas “befriedet”; wie auch die Favela Rocinha, die zu den größten Südamerikas zählt.

Fast 10 Milliarden Euro investierte Brasilien und der Staat Rio in die Sportstätten und Infrastrukturprojekte, damit die Welt im August eine einwandfreie Olympiastadt erleben kann.

Doch dann brach vor zwei Jahren die Wirtschaft ein und das Land wird zusätzlich von dem größten Korruptionsskandal in seiner Geschichte erschüttert. Rio ist so hoch verschuldet, dass es Insolvenz angemeldet hat, muss aber Milliarden für die Olympiaprojekte zahlen. Das Geld fehlt dadurch an allen anderen Stellen, wie Bildung und Gesundheitsversorgung. Schon seit Monaten werden Dutzende Schulen besetzt, als Protest dafür, dass die Lehrer ihren Lohn erhalten und der Unterricht stattfinden kann. Und als wäre das nicht genug, wurden auch schon mehrere Krankenhäuser geschlossen. Viele fürchten nach der Olympiade sogar den Totalzusammenbruch des öffentlichen Sektors, da kein Geld mehr zur Verfügung steht. Am Ende trifft es überwiegend die Armen, die sich keine Privatschule oder -krankenversorgung leisten können. Viele Cariocas (Einwohner Rios) sind sauer und sehen sich nicht mehr als Gewinner der Olympiade, wie es 2009 bei der Zusage für Rio angepriesen wurde. Die Stadt hatte sich damals gegen Madrid, Tokyo und Chicago durchgesetzt.

Die Olympiade war eine Gelegenheit, die Infrastruktur der Stadt zu verbessern. So wurden viele zuvor heruntergekommene Stadtviertel renoviert und attraktiv für Touristen und Einwohner gemacht. So u. a. das alte Hafenviertel “Porto Maravilha”, wo seit letztem Jahr das futuristische “Museu do Amanhã” (“Museum von Morgen”) viele Besucher anlockt und sich bereits zu einem der neuen Wahrzeichen der Stadt entwickelt hat.

CC BY-SA by Caio Costa Ribeiro

Museu do Amanhã

Zwar sind viele Stadtviertel schöner und sicherer geworden, aber die meisten Einwohner können sich dadurch die gestiegenen Mieten nicht mehr leisten.

Ipanema Strand und Morro Dois Irmãos Copacabana Strand

Für Rio gilt es einmal mehr eine Herausforderung zu bewältigen, wie schon zur WM 2014, und es wird seinen Besuchern aus aller Welt auch diesmal ein traumhaftes Bild abgeben. Denn in wohl keiner anderen Stadt der Welt liegen Schönheit und Chaos so nah beieinander. Gerade das macht den Reiz von Rio so aus: das Leben und der Alltag der Cariocas, den es jeden Tag aufs Neue zu meistern gilt; und die atemberaubende Landschaft, die jede andere Stadt dieser Größenordnung in den Schatten stellt.

Rio de Janeiro

Insofern kann man jedem nur empfehlen diese Stadt und das Land wenigstens einmal im Leben gesehen und die wundervolle brasilianische Lebensart erfahren zu haben!

Unten stehend finden sich ein paar Tipps, die man sich zu Herzen nehmen sollte, falls man sich noch spontan dafür entscheidet, diese wundervolle Stadt und das Land besuchen zu wollen.

Wie plant man am besten seinen Aufenthalt zur Olympiade in Rio?

Am 5. August ist es soweit: da findet die Eröffnungsfeier der XXXI. Olympischen Sommerspiele im legendären Maracanã Stadion statt.

Da mit einer Vielzahl von Besuchern und Touristen zu rechnen ist (an die 500.000 werden erwartet), sollte man sich um folgende Dinge im Voraus kümmern:

Auch wenn die Flüge im Vorfeld recht teuer sind, locken kurz vor Beginn der Olympiade einige Airlines mit Sonderpreisen, um ihre Restplätze voll zu bekommen; so z. B. LATAM und Condor.
Darüber hinaus ist es oft auch preiswerter erst nach São Paulo zu fliegen und von dort aus dann mit dem Überlandbus nach Rio zu fahren.

Falls man die Olympiade mit einem Urlaub in Brasilien verbindet, kann es auch ratsam sein zuerst einen anderen Ort (wie Salvador oder Foz do Iguaçu) zu besuchen und dann von dort aus nach Rio zu fliegen. Denn mit einem Inlandsflug kann man evtl. viel preiswerter kommen, als wenn man direkt von Europa nach Rio fliegt.
Man sollte sich in jedem Falle im Vorfeld über mögliche Flugverbindungen informieren, da der nationale Flughafen Santos Dumont in Rio während der Segelwettbewerbe in der Guanabara Bucht für einige Zeit komplett geschlossen wird. Dies hat große Auswirkungen auf den Flugplan.

Nachdem man sich noch ein günstiges Flugticket gesichert hat, geht es an die nächste Aufgabe: der Kauf von Tickets für die Olympiade. Die ersten zwei Verkaufskontingente für Eintrittskarten sind bereits vorbei und es steht nur noch die letzte Phase zum Verkauf zur Verfügung:

http://www.dertour.de/olympia/tickets-buchen.html/tickets-buchen.html

Lageplan der Olympischen Sportstätten (CC BY-SA by Felipe Menegaz)

Lageplan der Olympischen Sportstätten

Danach sollte man sich um eine Unterkunft kümmern, was die wohl größte Herausforderung darstellt. Denn es ist so gut wie alles ausgebucht oder reserviert, und es finden sich dadurch oft nur noch sehr teure Unterkünfte. Doch mit etwas Recherche und Glück kann man noch eine nette Bleibe finden.
Man sollte sich in jedem Falle auf längere Pendelzeiten zwischen Unterkunft und den Sportstätten in Barra, Copacabana, Maracanã und Deodoro einstellen. Die wohl beste Gegend ist Zona Sul (Südzone von Rio): dort hat man eine sehr gute öffentliche Verkehrsanbindung und von dort aus sind auch die meisten Sehenswürdigkeiten nicht weit entfernt.

Folgende Online-Portale bieten sich für die Unterkunftssuche an:

Was auch immer man plant, man sollte sich schnellstmöglich darum kümmern, um das Beste von seinem Aufenthalt in Rio während der Olympiade 2016 zu haben.

Bem-vindo ao Rio e Brasil!

Ipanema Strand

John-Thomas Nagel

John-Thomas Nagel

Zur Zeit befinde ich mich weiterbildend in Brasilien und blogge meine Erlebnisse. Mit Bezug auf das Thema Reisen liefere ich Infos und Tipps aus erster Hand. Viel Spaß beim Lesen!
John-Thomas Nagel

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